FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS
COLD FEET – LONG ARMS

Thomas Scheffer, STORIES OF YOUR MIND. Still, 2025, VG Bild Kunst. (c) and Courtesy the artist.
Thomas Scheffer, STORIES OF YOUR MIND. Still, 2025, VG Bild Kunst. (c) and Courtesy the artist.

Förderprojekt Kulturland Brandenburg
Von hier aus Zukunft 2026/2027
Geglitchte Entitäten: Dekonstruktionen von Fortschrittsnarrativen, technischen Dominanzen und psychologischer Kontrolle
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NÄCHSTE VERANSTALTUNG IM SEPTEMBER 2026

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THOMAS SCHEFFER: MIND MACHINE
Im Gespräch mit Verena Voigt M.A., Investigative Kuratorin
Annäherungen an eine Phänomenologie des Glitch

25. September, 18 Uhr | Digitalvilla, Potsdam, Forschungslabor (Ebene Null). Im Rahmen der Präsentation von ausgewählten Artefakten von Thomas Scheffer. Anschließend geführter Rundgang durch die Digitalvilla mit neuen Exponaten der GIANT GLITCHES
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Thomas Scheffer untersucht die Schnittstelle zwischen Wahrnehmung, Bildtheorie und digitaler Kultur. Seine Werkreihe MIND MACHINE erzeugt Glitch-Phänomene, die weder im technischen System noch im digitalen Bild selbst entstehen, sondern im Wahrnehmungsprozess der Betrachtenden. Während algorithmische Systeme und KI-generierte Bilder unsere visuellen Erfahrungen zunehmend vorstrukturieren, verweigern sich Scheffers Arbeiten unmittelbarer Lesbarkeit. Farbe ist Instabilitätszone; Blickbewegung, Körperhaltung und Aufmerksamkeit Teil des Bildgeschehens. Ausgehend von Max Imdahls Begriff der Ikonik fragen wir, was geschieht, wenn der Vollzug des Sehens selbst prekär wird. Vielleicht lässt sich dieser Moment als perzeptiver Glitch beschreiben: als Irritation, die sich zwischen Bild, Körper und Wahrnehmung ereignet.
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Veranstaltungsort: Digitalvilla, Potsdam, Forschungslabor, Ebene Null
Anmeldung erwünscht unter kontakt@verena-voigt-pr.de
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NÄCHSTE VERANSTALTUNG IM OKTOBER
INES GEIPEL
NEUE VORFAHR:INNEN 2026 – JUTTA PETZOLD (1933–2020)
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Jutta Petzold gehört zu den lange übersehenen Stimmen einer nicht-kanonischen Widerstandskultur der DDR; Ines Geipel, die Petzolds Nachlass sichert und erschließt, liest in der Digitalvilla aus neu edierten und rekonstruierten Texten. Eine wenig bekannte biografische Spur führt nach Potsdam, wo Petzold 1949 kurze Zeit lebte – perspektivisch verfolgt die GFZK die Idee, eine Straße oder einen Platz nach ihr zu benennen. NEUE VORFAHR:INNEN, eine künstlerische Arbeit von Ian Keaveny, verbindet Petzolds fragmentarische Sprache mit Glitch Art und öffnet zwischen literarischem Fragment und digitalem Glitch einen Resonanzraum für das Verdrängte, Abgebrochene und neu Sichtbarwerdende.

Im Rahmen dieses Projekts findet im November ein Stick-Workshop mit Marie Kublik & Frida Teller statt.
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FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS: COLD FEET - LONG ARMS

Basierend auf dem Konzept FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS (2026-2027) beschäftigen wir uns mit Zusammenhängen von Kunst, Körper, KI & Kosmos, in Verbindung mit Ost-West-Deutscher Identität, Staatssicherheit & Überwachung, sprachlichen wie körperlichen Einschreibungen in Gewaltregimen. Konzeptionell geht es um Recherchen zum Wörterbuch der Staatssicherheit, Kartierungen der Juristischen Hochschule am Campus Golm (1951-1990), insbesondere der Operativen Psychologie. COLD FEET - LONG ARMS ist der Titel eines 2-jährigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms.

Das Veranstaltungskonzept schafft und untersucht aktuelle künstlerische Auseinandersetzungen mit künstlicher Intelligenz, Körperbildern, Kontrolle und Erinnerung – vor dem Hintergrund der Geschichte Brandenburgs als Ort der Macht- und Wissensproduktion. Besonderes Augenmerk liegt 2026 auf der Juristischen Hochschule Potsdam (1951–1990), dem zentralen Ausbildungsort der DDR-Staatssicherheit, und dem dort entwickelten Instrumentarium der Operativen Psychologie, das auf Disziplinierung, Steuerung und Destabilisierung von Personen abzielte.
Mit künstlerischen Methoden digitaler und nicht-digitaler Prozesse werden diese historischen Machttechniken heutigen KI-Dominanzen und Kontrollnarrativen gegenübergestellt.

Der Körper als künstliches Konstrukt – historische und digitale Paradigmen

Wie wird der Körper in ideologischen Systemen durch Technologie konstruiert? Die Ausstellung verknüpft aktuelle KI-kritische Positionen mit den Körperkonzepten der DDR-Staatssicherheit, die mittels operativer Psychologie versucht hat, Menschen durch Überwachung, Isolation, Desorientierung und Selbstzweifel zu destabilisieren. In einer Linie mit Schönheitsidealen, digitaler Optimierung und psychologischer Profilbildung der Gegenwart zeigt sich: Der „optimierte“ Mensch bleibt eine politische Projektionsfläche. 

Kontrolle durch Sprache – das Wörterbuch der Staatssicherheit als Instrument

Das Wörterbuch der Staatssicherheit offenbart, wie Sprache zur Vernebelung und Legitimation repressiver Maßnahmen genutzt wurde. Es begegnet der KI-generierten Sprache von heute – mit ihren normativen, entkontextualisierten Outputs – in Form künstlerischer Rekonstruktion, Umcodierung und Verfremdung. Die Ausstellung nutzt das Wörterbuch als Textquelle, ästhetisches Objekt, Denkraum für kritische Kunst sowie als Grundlage für Rezitationen und Interventionen im öffentlichen Raum.

Der menschliche Geist unter Extrembedingungen – Operative Psychologie und KI

Inwiefern lassen sich Kontrollmechanismen der DDR-Staatssicherheit mit den unsichtbaren Steuerungsmodellen heutiger Algorithmen vergleichen? Künstlerische Positionen rekonstruieren, irritieren oder „glitchen“ Prozesse, die auf Verhaltensvorhersage, psychologischer Beeinflussung oder Gamification beruhen – damals wie heute.
Eine wichtige Rolle auch in dieser Projektphase spielen die Publikationen der ostdeutschen Schriftstellerin Ines Geipel; gemeinsam wollen wir uns mit der vergessenen Schriftstellerin Jutta Petzold beschäftigen.

Verlorene Körper, verlorene Kontrolle – Techniken der Zersetzung und des Ghostings

Künstler:innen setzen sich mit Dekonstruktionen des Körpers auseinander. Die Jahre 1951-1990 in der DDR zeigen: der Körper war stets auch Überwachungsobjekt und als kulturelles Konstrukt an unterschiedlichen Schnittstellen zu Sport-, Raumfahrt- und Militärmedizin. Parallelen zwischen der Zersetzungstaktik der Stasi und heutigen „Disappearance“-Techniken digitaler Systeme (Shadow Banning, Deplatforming, Deepfakes) werden mit künstlerischen Mitteln untersucht.


Glitch Art als künstlerischer Widerstand – Gegensteuerung durch Störung

Störung wird zur Strategie: In der DDR war sie repressives Mittel der Macht, in der digitalen Gegenwart ein kreatives Prinzip der Gegenwehr. Glitch Art unterwandert Datenströme, hinterfragt KI-Dominanz und setzt alternative Lesarten durch Fragmentierung, Überlagerung und Kontextverschiebung.
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Kooperationspartner & Veranstaltungsort u.a. Digitalvilla in Potsdam
Institut für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme der Universität Potsdam
Hedy-Lamarr-Platz, 14482 Potsdam
Besuch der Ausstellung auf Anfrage kontakt(at)verena-voigt-pr.de
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Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Michael Kassel und Dr. phil. Tilman Engel,  Hochschulambulanz, Zentrum für Sportmedizin, Freizeit-, Gesundheits- und Leistungssport, Professur Sportmedizin und Sportorthopädie der Universität. Graphik generiert mit Unterstützung der Plattform NOVEL.
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FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS ist ein im Rahmen von "Von hier aus Zukunft – Kulturland Brandenburg 2026/2027" unterstütztes Kunstprojekt. Kulturland Brandenburg ist gefördert durch Mitteln des Landes Brandenburg; mit freundlicher Unterstützung der brandenburgischen Sparkassen.

PUBLIKATIONEN
BOOK No. 1, 2023
GlitchPhenomena.3.0.
A CURATORIAL ESSAY
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BOOK No. 3, 2025
GLITCH: ONTOLOGICAL & EXHAUSTIONS SYSTEM FAILURES
DOCUMENTATION, SPAZJU KREATTIV, VALLETTA, MALTA
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FALLING FROM THE SHOULDERS OF GIANTS: COLD FEET - LONG ARMS (2026/27)
Von hier aus Zukunft 2026/2027. Ein Förderprojekt von Kulturland Brandenburg.
Artists & Activists: Domenico Barra, Michael Betancourt, Aaron Bezzina, Ruth Bianco, Ian Keaveny, Ruppe Koselleck, Katrin Leitner, Bjørn Melhus, Rosa Menkman, Laila Shereen Sakr, Joana Moll & Thomas Scheffer/ Karina Lejeune, Sten Niklas Washausen.
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Moderation/ Konzept: Verena Voigt M.A. GFZK e.V. (Kuratorin)
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Digitalvilla in Potsdam
Hedy-Lamarr-Platz, 14482 Potsdam

Für die Förderungen seit 2023 (als Platform Glitch Aesthetics) bedanken wir uns herzlich bei der STIFTUNG KUNSTFONDS und der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (2023), dem ZeM-Brandenburgische Zentrum für Medienwissenschaften (2023), der Landeshauptstadt Potsdam (2024), dem FU:BAR (2024), dem IKT (seit 2021), dem Spazju Kreattiv (Malta, 2025), dem VDA + VDC (Malta, 2025), dem German Maltese-Circle / Goethe-Institut (Malta, 2025) & Aksioma (Malta, 2025). Den MEDIEN danken wir für die aufmerksame Begleitung des Aufbaus der PLATFORM GLITCH AESTHETICS.

Die PLATFORM GLITCH AESTHETIC konnte im Jahr 2023 mit Hilfe der NEUSTART KULTUR-Förderung "Plattformen der Bildenden Kunst" aus den Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gegründet werden. Das Ausstellungs- und Diskussionsprogramm gab faszinierende Einblicke in die Alchemie der Glitch Art, des Glitch Feminismus und thematisierte Themen wie Algorithmensucht, KI-Detoxifikation und Halluzination. Plattform-Kuratorin ist Verena Voigt M.A.:
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GESELLSCHAFT FÜR ZEITGENÖSSISCHE KONZEPTE e.V.
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Die Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte (GFZK e.V.) wurde am 1. Juli 2013 in Kiel gegründet. Seit Oktober 2018 hat der Kunstverein seinen Sitz in Potsdam. Geleitet wird er von der Kuratorin, Kunsthistorikerin und Journalistin Verena Voigt M.A., (Gründungsvorsitzende), gemeinsam mit den Vorständen Angelika Jaros (Berlin) und Christopher Gillen (Gozo). Die GFZK e.V. unterstützt Künstler*innen bei der Entwicklung neuer Produktionen, bindet sie in gesellschaftliche Diskurse ein und erzeugt Netzwerkaktivitäten. Die GFZK e.V. befasst sich mit Aspekten von Nachhaltigkeit und Klimawandel, verstanden als Folge von Risikoketten gesellschaftlicher, politischer und digitaler Verlustszenarien.
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PROJEKT ARCHIV