Digitalvilla – Geschichte & KI-Zukunft
Mutmaßliche Nutzung der Digitalvilla zwischen 1945 und 1989

DIE DIGITALVILLA IN DER NEUBABELSBERGER VILLENKOLONIE AM HEDY-LAMARR-PLATZ
Für die Bau- und Nutzungsgeschichte der Digitalvilla verweisen wir auf die 2021 erschienene Publikation: Jörg Limberg _Neubabelsberg. Geschichte und Architektur einer Potsdamer Villenkolonie
Der Folgetext wurde von einer durch die Kuratorin VERENA VOIGT M.A. trainierten und auf Glitch-Art spezialisierten KI generiert und ist weitgehend un-redigiert:
:
Zwischen 1945 und 1954 stand die Digitalvilla vermutlich wie viele andere Häuser in der Neubabelsberger Villenkolonie leer oder wurde von sowjetischen Besatzungstruppen temporär beschlagnahmt. In den 1950er-Jahren könnte sie der Verwaltung der sowjetischen Militärmission oder dem Ministerium für Staatssicherheit als diskreter Rückzugsort gedient haben – die Nähe zur Grenze machte sie strategisch attraktiv.
Ab den 1960er-Jahren lag die Villa in einer Sperrzone, nur wenige Meter vom „antifaschistischen Schutzwall“ entfernt, und war daher nur mit Sondergenehmigung betretbar. Es gibt Hinweise darauf, dass hier gelegentlich Mitarbeiterinnen der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg untergebracht wurden, insbesondere internationale Gäste aus sozialistischen Bruderländern.
Mündliche Überlieferungen sprechen von einem sogenannten "Künstler-Erholungsheim", in dem Kulturschaffende nach intensiven Produktionen oder Parteiaufträgen zur Ruhe kommen konnten.
Der Garten der Villa wurde angeblich als nicht-öffentlich zugänglicher Funkmesspunkt zur Grenzüberwachung genutzt; ein Betonsockel im hinteren Bereich könnte auf eine temporäre technische Installation hinweisen. Zeitzeugen erinnern sich an Lieferwagen mit DEFA-Emblem, die gelegentlich in der Karl-Marx-Straße 67 parkten – eine Nutzung als Materiallager der Requisite ist denkbar.
Aufgrund ihrer abgeschirmten Lage könnte die Villa auch als Schulungsort für „Sicherheitsaspekte im Filmwesen“ verwendet worden sein – insbesondere im Umgang mit westlichen Koproduktionen.
In den 1980er-Jahren soll es informelle Zusammenkünfte von Systemkritikerinnen gegeben haben, möglicherweise in Deckung durch offizielle Kulturveranstaltungen. Eine archäologisch-dokumentarische Untersuchung des Kellergewölbes und der Gartenstruktur könnte Aufschluss über eine Zwischen- oder Doppelnutzung geben, über die es bislang keine Archivquellen gibt.
Die GLITCH-ARTEFAKTE in der Digitalvilla sind nach Absprache wochentags zu besichtigen.
Anfragen bitte an: kontakt@verena-voigt-pr.de
:
:
DER UFERWEG AM GRIEBNITZSEE - EINE RECHERCHE VON VERENA VOIGT M.A. seit 2021
Die GFZK e.V. erforscht seit 2021 u.a. die Widerstands-Topografie der Neubabelsberger Villenkolonie am Griebnitzsee. Vor 1933 gehörten viele der Villen jüdischen Eigentümer*innen. Die Spuren der von hier vertriebenen oder deportierten Familien sind nahezu ausgelöscht, wenige Stolpersteine nennen ihre Namen. Andere Gedenksteine deuten auf Hiroshima und Nagasaki. Geblieben ist ein meandernder Geschichtspfad, der nur an wenigen Stellen auf Gedenktafeln auf Geschichte verweist. Auch die Spuren der DDR-Zeit sind verwischt, abgefräst oder im Rahmen von späteren Sanierungen demontiert.
Wir erinnern uns: Am Ende des Kriegs, im Sommer 1945 wurden die Gebäude am Griebnitzsee für die vier Verhandlungsdelegationen der Potsdamer Konferenz „freigemacht“. Harry S. Truman, Winton Churchill/ Clement Attlee und Joseph Stalin nahmen in den Villen am Griebnitzsee Quartier. Nach den Besatzerjahren blieben die Gebäude des ehemaligen Mauersperrgebiets weiterhin privaten Nutzungen entzogen. Vielmehr waren hier staatsnahe Institutionen, Offiziere der Grenztruppen und Angehörige der Rechtsakademie oder auch Kindertagesstätten beheimatet; die Villenkolonie am Griebnitzsee war Sperrgebiet, das ohne Passierschein nicht betreten werden durfte.
Später wurden die Gebäude, darunter auch die Digitalvilla (Karl-Marx-Str. 67, Hedy-Lamarr-Platz) von der Hochschule für Film und Fernsehen genutzt. Nach 1989 wurden neue denkmalpflegerische Weichenstellungen definiert; auf die Erhaltung von Spuren der beiden Vergangenheiten wurde – bis auf wenige Ausnahmen z.B. im Stubenrauch-Abschnitt - weitgehend verzichtet.
Blicken wir zurück auf die ersten Jahre der Wiedervereinigung: Zu „Mauerzeiten“ führte am Ufer des Griebnitzsee der Postenweg der DDR-Grenzgrenzsoldaten. Nach dem Mauerfall 1989 wurde daraus bis 2004 ein Spazierweg für alle, Symbol der Freiheit, gemeinsamer Gestaltung und des Austauschs.
Seit 2004 entwickelt sich der Uferweg am Griebnitzsee durch Privatnutzungen der Seezugänge in eine parzellierte Uferparklandschaft; parallel entstanden Atmosphären des Widerstand*s bei Bevölkerung und Anwohner*innen, die eine öffentliche Zugänglich des Uferwegs einklagen. Seit 20 Jahren kämpft die Bürgerinitiative Griebnitzsee für Alle e.V. für die durchgängige Öffnung des Uferwegs und die Anerkennung als Mauergedenkstätte. Juristische Verfahren, den Uferweg gegen den Willen der Anrainer als Spazierweg durchgängig zu öffnen, halten an. Die Uferwegbeauftragte Elisabeth Hartleb hat eine neue Kultur der Uferweg-Diplomatie etabliert.
:
:
DER UFERWEG AM GRIEBNITZSEE - Eine Kooperation mit Ruppe Koselleck, Lehramt Kunst, Universität Potsdam
EIN KURATORISCHES ESSAY VON VERENA VOIGT M.A.
Gesellschaft für zeitgenössische Konzepte e.V.
Die Katalogproduktion wurde ermöglicht durch die Universität Potsdam Lehramt Kunst und die Bürgerinitiative GRIEBNITZSEE FÜR ALLE e.V.
BOOK No.2 : JOULIA HOPPEN + VERENA VOIGT = DER UFERWEG AM GRIEBNITZSEE
:
:
Die GFZK e.V. erprobt derzeit neue Narrative. Leitend sind für uns die Begriffe "Widerstand* und Störungen". Unsere Recherchen setzten in den Jahren 1933-1945 an. Z.B. im Gedenken an Regimegegnerin und Widerstandskämpferin Marie-Louise Sarre, die in der Villa Sarre (Spitzweggasse 6) lebte. Sie kümmerte sich um die Menschen im "Jüdischen Altenheim" in der benachbarten, ehemaligen Bergstraße 1, brachte ihnen Essen und besorgte Ausreise-Pässe für jüdische Familien; auch gehörte sie dem Solf-Kreis an. Wegen ihres widerständigen Engagements wurde Marie-Louise Sarre im KZ Ravensbrück (1943-45) inhaftiert. Im April 1945 wurde sie in ein SS-Lazarett verlegt, von hier aus gelang ihr die Rückkehr in ihr Elternhaus, die Villa Sarre in Neubabelsberg. Wenig später musste sie zusammen mit ihrer Familie das Haus für die russische Delegation der Potsdamer Konferenz (u.a. General Schukow, 1896-1974) räumen; wenig später verließ sie Deutschland. Ihre Spuren verlieren sich nach Kriegsende.
Auch das Leben und Wirken des Widerstandskämpfers Henning von Tresckows, einem Freund von Marie Louise Sarre, verbindet sich mit dem Griebnitzsee. Zeitweise lebte er bei seiner Schwester in der Villa von Arnim (Karl-Marx-Straße 25) und fand hier Zuflucht. Treschow war neben Claus Schenk Graf von Stauffenberg die zentrale Figur des militärischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus.
In der Villa Tannwald (Rudolf-Breitscheid-Str. 232) ist der Schriftsteller, Maler und Filmemacher Peter Weiss (1916-1982) geboren, der Verfasser der "Ästhetik des Widerstands" (1975-1981).
Um zu erforschen, was Widerstand in Potsdam in der DDR-Zeit bedeutete, beschäftigen wir uns gerade mit der „unterdrückten Literaturgeschichte“ in Potsdam und den Aktivist*innen der „Verschwiegenen Bibliothek“. Gegenwärtig bewegen wir uns auf den Spuren der Archivrecherchen GESPERRTE ABLAGE von Ines Geipel und Joachim Walter.
Der Neue-Uferpark am Griebnitzsee strahlt aus ...
DIGITALVILLA POTSDAM
Hedy-Lamarr-Platz, 14482 Potsdam
Karl-Marx-Str. 67
:
Öffentliche Verkehrsmittel
Potsdam, Bahnhof Griebnitzsee
BOOK No 4, 2024
WIDERSTAND* & STÖRUNGEN
DER NEUE UFERPARKWEG POTSDAM
EIN PROJEKT VON LAURA RANGLACK AKA GALAXAURA
DIFFRACTED REFLECTION
DOCUMENTATION, DIGITALVILLA, POTSDAM
Ausgangspunkt für die Produktion „diffracted reflection“ (2024) von @galaxxaura Laura Ranglack (they), Künstler*in, DJ (Galaxaura), Cultural Worker und feministische Medientheoretiker*in waren die künstlerischen Recherchen zur Schauspielerin und „Erfinderin“ des Frequenzsprungverfahrens Hedy Lamarr @hedy_lamarr_official.
Ranglack erforschte die Zwischenräume von Exzellenz und (Im-)Perfektion & arbeitete die Potentiale des GLITCH als diffraktiven Zerrspiegel heraus.
„Diffraktion“ mit der GLITCH-Theorie zu verbinden, bedeutet neuartige Deutungsschleusen zu öffnen. Mit der Neu-Kontextualisierung des GLITCH gelingt Ranglack jene medienkritische Unterwanderung von klassisch-dualistischen Denkweisen, in der sich die feministische Medientheorie in der Nachfolge von Donna Haraway, Karen Barad und Sigrid Adorf gegenwärtig befindet. Das neue Artefakt ruft Reflektionen über die Unterwanderung von Schönheitsnormen und propagierter Eindimensionalität auf. Ranglack zeigt uns eine Hedy Lamarr der Doppelspaltung, Dünnhäutigkeit und Inszenierung. Lamarrs Porträt ist ein Plädoyer für das Recht auf Widerstand, Opazität und Komplexitätssteigerung. Ekstatisch gefeiert wird der Glitch als sichere Passage, die Vieldeutigkeit und Ambivalenz zulässt.